
Liebe Freunde Osteuropas! Mit etwas Verspätung mein März-Update. Wie gewohnt bringe ich auch auf den neusten Stand, was alles für Neuerscheinungen aus und über #Osteuropa im vergangenen Monat erschienen sind.

„Was bedeutete Russlands Besetzung der Krim?“ herausgegeben von Olena Bogatyrenko versammelt die Berichte von zwölf ukrainischen Frauen, die 2014 nach der russischen Besetzung der Krim ihre Heimat verlassen mussten. Die Texte schildern persönliche Erfahrungen von Vertreibung, Verlust von Zuhause und der Trennung von Angehörigen. Viele der Frauen leben seitdem in Kyiv und berichten aus ihrer Perspektive über die Folgen der Annexion. Das Buch versteht sich als dokumentarische Sammlung von Zeitzeugnissen, die die Ereignisse von 2014 aus individueller Sicht festhalten und die Auswirkungen der Besetzung auf das Leben der Betroffenen sichtbar machen.
Das Buch habe ich bereits rezensiert: https://literatur-osteuropa.blog/2026/03/19/nr-95-was-bedeutete-russlands-besetzung-der-krim-herausgegeben-von-olena-bogatyrenkonr-95/

„Reaktoren explodieren nicht“ von Kateryna Michalizyna und Stanislaw Dwornyzkyj erklärt die Tschernobyl-Katastrophe für ein jugendliches Publikum ab etwa zwölf Jahren. Das Buch beschreibt, was 1986 in Tschernobyl geschah, und ordnet das Ereignis als historische, politische und gesellschaftliche Zäsur ein. Dabei geht es nicht nur um den Unfall selbst, sondern auch um die Folgen: die Sperrzone, die langfristigen gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen sowie die politische Verantwortung im Umgang mit der Katastrophe.

Die Anthologie „Notes on Living: Reflexionen über die ukrainische Gegenwart“, herausgegeben von Max Eulitz, versammelt Texte ukrainischer Autorinnen und Autoren über das Leben im Krieg. In Essays, Erzählungen und Gedichten behandeln die Autorinnen und Autoren Themen wie Sprache, Kriegserfahrungen, gesellschaftliche Spannungen und psychische Belastungen. Dabei reflektieren sie nicht nur die Gegenwart, sondern entwerfen auch Perspektiven für eine Nachkriegsgesellschaft. Ergänzt wird der Band durch Zeichnungen von David Chichkan und Marharyta Polovinko, die im Krieg ums Leben kamen.

„Maidan: Ukraine’s Democratic Revolution“ von Sophia Wilson analysiert die Maidan-Revolution 2013/14 als breite gesellschaftliche Protestbewegung gegen autoritäre Tendenzen in der Ukraine. Auf Basis von Interviews, Zeitzeugenberichten und juristischen Quellen beschreibt das Buch, wie sich die Proteste selbst organisierten, welche sozialen Netzwerke sie trugen und warum es schließlich auch zu Gewalt kam. Zugleich wird gezeigt, wie die Auseinandersetzung zwischen Staat und Zivilgesellschaft die politische Ordnung der Ukraine nachhaltig veränderte und die Revolution zu einem zentralen Wendepunkt der jüngeren ukrainischen Geschichte wurde.

„Omeljan Pritsak and the Intellectual Origins of the Ukrainian “Harvard Miracle”“ von Andrii Portnov ist eine intellektuelle Biografie über Omeljan Pritsak und dessen Rolle in der Entstehung der Ukrainistik als akademisches Feld in Nordamerika. Das Buch verfolgt Pritsaks Lebensweg von seiner Ausbildung im Osteuropa in der Zwischenkriegszeit über die Kriegs- und Nachkriegszeit bis zu seiner Zeit in den USA, wo er maßgeblich am Aufbau des Harvard Ukrainian Research Institute beteiligt war. Dabei wird gezeigt, wie sich seine Forschung zwischen Orientalistik, Slawistik und der Geschichte der Kiewer Rus’ entwickelte.

„Dear Ukraine: why Western voices against you are wrong“ von Mark H. Smit verteidigt die Ukraine im Krieg gegen Russland und setzt sich kritisch mit westlichen Stimmen auseinander, die ukrainische Kapitulation oder prorussische Narrative vertreten. Der Autor verbindet persönliche Eindrücke aus der Ukraine und Erfahrungen mit Geflüchteten mit politischer Analyse. Dabei ordnet er den Krieg in die Entwicklung seit der ukrainischen Unabhängigkeit und besonders seit dem Maidan ein. Ziel des Buches ist es, verbreitete Argumente gegen die Ukraine zu widerlegen und den Krieg als zentrale Auseinandersetzung um Demokratie und internationale Ordnung darzustellen.

„Ukrainian Field Notes“ von Max Pranger basiert auf über 300 Interviews und untersucht, wie sich der Krieg in der Ukraine akustisch erfahrbar macht. Im Mittelpunkt steht, wie sich die Klangwelt durch Explosionen, Luftalarme und andere Kriegsgeräusche verändert hat und wie diese Erfahrungen das Hören und Wahrnehmen prägen. Gleichzeitig wird gezeigt, wie diese neuen akustischen Realitäten in Musik, insbesondere in elektronischer Musik, verarbeitet, übersetzt oder auch verdrängt werden. Das Buch verbindet damit Kriegsreportage, Interviewmaterial und kulturwissenschaftliche Analyse von Klang und Hören im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

„Ukraine: Begegnung mit einem Land im Wandel“ von Thomas Zettler wird über Book on Demand (BoD) vertrieben. Es ist ein persönliches Reise- und Erinnerungsbuch über die Ukraine, basierend auf Aufenthalten des Autors im Land um die Jahrtausendwende. Zettler verbindet Alltagsbeobachtungen, Landschaftseindrücke und Reiseerfahrungen mit historischen und gesellschaftlichen Analysen. Ein Schwerpunkt liegt auf Themen wie Nationenbildung, Sprachenfrage und langfristigen politischen Entwicklungen, die den Hintergrund des heutigen Krieges mitprägen. Gleichzeitig versucht das Buch, ein vielschichtiges Bild der Ukraine als kulturell und historisch reiches Land zu vermitteln und auch die deutsch-ukrainischen Bezüge zu beleuchten.

„Woher kommst du?: Tagebuch einer Geflüchteten“ von Natalja Kljutscharjowa ist ein autobiografisch geprägtes Tagebuch über die Flucht aus Russland und das Leben im deutschen Asylsystem. Die Autorin beschreibt ihre Flucht mit ihren Kindern vor politischer Verfolgung und die Ankunft in einem Asylbewerberheim in Bayern, wo sie zunächst mit Ablehnung und schwierigen Lebensbedingungen konfrontiert ist, zugleich aber auch Erleichterung über die gewonnene Sicherheit empfindet. Im Verlauf des Buches schildert sie familiäre Belastungen, insbesondere die psychischen Folgen der Flucht bei ihren Kindern, und dokumentiert Begegnungen und Gespräche mit anderen Geflüchteten aus verschiedenen Ländern. Daraus entsteht eine reflektierende Auseinandersetzung über Migration, Identität und das Gefühl des Ankommens in einer neuen, heterogenen Gemeinschaft.
Auch von „Woher kommst du?“ gibt es bereits eine Rezension von mir: https://literatur-osteuropa.blog/2026/03/11/nr-94-woher-kommst-du-tagebuch-einer-gefluchteten-von-natalja-kljutscharjowa/

Das Buch „Life Beyond Fear: A Ukrainian Woman’s Memoir“ der ukrainischen Autorin Natalie Oceanheart schildert die Flucht einer Familie nach dem russischen Angriff 2022. Sie beschreibt, wie der Krieg ihr Leben abrupt verändert, sie ihre Kinder und Eltern in Sicherheit bringt und schließlich ihre Heimat verlässt – eine Entwicklung, die bereits seit 2014 begonnen hatte. Die Erzählung folgt ihrem Weg über Europa in die USA, wo die Familie versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, während sie die Erfahrungen von Krieg, Verlust und Entwurzelung verarbeitet.

Das Buch „Kharkov/Kharkiv: A Borderland Capital“ des ukrainischen Historikers Volodymyr Kravchenko zeichnet die Geschichte der Stadt Charkiw vom 17. Jahrhundert bis in die Zeit nach dem Euromaidan nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung der Stadt als Grenzraum zwischen ukrainischen und russischen Einflüssen. Anhand verschiedener historischer Phasen beschreibt Kravchenko, wie sich politische Zugehörigkeiten, regionale Identitäten und Vorstellungen von Nation in Charkiw herausgebildet und verändert haben. Die Darstellung verbindet Stadtgeschichte mit übergeordneten Fragen zu Staatlichkeit und geopolitischen Spannungen und zeigt, wie die Vergangenheit der Region bis in die Gegenwart hineinwirkt.

Das Buch „Replaying the Second World War“ des kanadischen Historikers Oleksa Drachewych untersucht die Verbindung zwischen der sowjetischen Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs und dem Vorgehen Russlands im Krieg gegen die Ukraine seit 2014. Drachewych zeigt, wie die russische Führung die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg politisch instrumentalisiert und daraus Narrative sowie Handlungsmuster ableitet. Dabei arbeitet er Parallelen in Gewaltpraktiken wie Deportationen, Folter, sexualisierter Gewalt und der gezielten Nutzung von Hunger heraus. Zudem analysiert er die Rolle von Propaganda – etwa im Kontext der „Denazifizierung“ – sowie direkte Bezugnahmen auf sowjetische Vorbilder.

Knapp zwei Jahre nach der Hardcover-Ausgabe ist das Buch „To Run the World: The Kremlin’s Cold War Bid for Global Power“ des russisch-britischen Historikers Sergey Radchenko nun auch in der Taschenbuchausgabe erschienen. Radchenko untersucht die sowjetische Außenpolitik im Kalten Krieg als langfristigen Versuch, globale Macht zu erlangen. Er beschreibt, wie die sowjetische Führung von Stalin bis Gorbatschow zwischen Machtanspruch, Unsicherheit und ideologischen Ambitionen schwankte. Dabei analysiert er Entscheidungen gegenüber den USA, China und der sogenannten Dritten Welt und zeigt, wie diese Politik von Konkurrenzdenken, Prestige und strategischen Fehleinschätzungen geprägt war. Das Buch zeichnet so ein Bild der inneren Logik sowjetischer Machtpolitik und ihrer langfristigen Folgen.

Das Buch „Farewell to Russia: A Journey Through the Former USSR“ des britischen Journalisten Joe Luc Barnes beschreibt eine Reise durch die ehemaligen Staaten der Sowjetunion rund 35 Jahre nach deren Zerfall. Barnes verbindet Reisebericht und Reportage und zeigt Eindrücke aus verschiedenen Ländern von Estland bis Zentralasien. Er schildert Landschaften, Städte und Alltagsleben und lässt dabei unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen – von Aktivisten über Taxifahrer bis zu Bewohnern ländlicher Regionen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Gesellschaften nach dem Ende der Sowjetunion entwickelt haben und wie die Vergangenheit bis heute nachwirkt.

Bereits 2005 ist das Buch „Everything Was Forever, Until It Was No More: The Last Soviet Generation“ des russisch-amerikanischen Anthropologen Alexei Yurchak erstmals erschienen. Jetzt hat der Princeton Univers. Press Verlag es nochmal neu aufgelegt. Der Autor untersucht das Leben der letzten sowjetischen Generation vor dem Zusammenbruch der UdSSR. Yurchak beschreibt, wie viele Menschen die sowjetische Ordnung als stabil und dauerhaft wahrnahmen, ihr Ende jedoch dennoch kaum überraschte. Er erklärt dieses scheinbare Paradox durch eine Analyse des Alltags, der Sprache und der ideologischen Praxis im späten Sozialismus. Dabei zeigt er, wie sich ein System entwickeln konnte, das formal fortbestand, innerlich aber zunehmend an Bedeutung verlor und so seinen eigenen Wandel vorbereitete.

Das Buch „Weiß, aber nicht ganz: Die illiberale Revolte in der Mitte Europas“ des ungarisch-kanadischen Kulturwissenschaftlers Ivan Kalmar analysiert die politischen Entwicklungen in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn nach 1989. Kalmar beschreibt den dortigen Illiberalismus als Reaktion auf Erfahrungen von sozialer und wirtschaftlicher Abwertung durch Westeuropa nach dem Ende des Kalten Krieges. Im Zentrum steht die These, dass Enttäuschung über ausbleibende Gleichstellung und wahrgenommene Herablassung aus dem Westen politische Gegenbewegungen geprägt hat. Dabei verbindet er Fragen von Identität, Machtverhältnissen und globalem Neoliberalismus in Ostmitteleuropa.

Politische Sachbücher über Polen sind rar gesät auf dem deutschen Buchmarkt. Deshalb freut mich die Erscheinung von „Eksperyment: Was wir aus Polens Kampf gegen den Rechtspopulismus lernen können“ des deutschen Journalisten Martin Adam ganz besonders. Er untersucht die politischen Entwicklungen in Polen unter der PiS-Regierung und beschreibt, wie rechtspopulistische Regierungsübernahmen seit 2005 und besonders ab 2015 tiefgreifende Veränderungen in Institutionen, Medien und demokratischen Strukturen ausgelöst haben. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, wie schnell sich politische Systeme unter Druck verschieben können und wie schwierig eine Rückkehr zu stabilen demokratischen Verhältnissen ist. Dabei wird Polen als Beispiel dafür herangezogen, welche Folgen langfristige Machtverschiebungen für demokratische Kultur und Institutionen haben können.

Und noch ein Buch über Polen. Zumindest zum Tei. In „Wenn der rechte Rand regiert: USA, Italien, Polen – Deutschland: Demokratien am Kipppunkt?“ untersucht die Autorin Sally Lisa Starken politische Entwicklungen in verschiedenen Demokratien, in denen rechtspopulistische oder rechtsgerichtete Kräfte an Einfluss gewonnen haben. Starken beschreibt Fallbeispiele aus den USA, Polen und Italien und analysiert, wie sich autoritäre Tendenzen schrittweise in politischen Institutionen, Debatten und gesellschaftlichen Strukturen verankern können. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Demokratien unter Druck geraten und welche Mechanismen diese Verschiebungen begünstigen. Zudem zieht sie Parallelen zur politischen Lage in Deutschland und diskutiert mögliche Gegenstrategien.

Das Buch „Die Roma: Eine Geschichte von Identität und Widerstand“ der Roma-Autorin Madeline Potter verbindet persönliche Erfahrungen der Autorin mit historischer Forschung zur Geschichte der Roma. Potter zeichnet ein Panorama von Ausgrenzung, Verfolgung und Widerstand in verschiedenen Ländern und Epochen – vom nationalsozialistischen Deutschland bis ins heutige Europa. Anhand einzelner Biografien und historischer Beispiele zeigt sie die Vielfalt der Roma-Gemeinschaften sowie ihre kulturelle Stärke und ihre Formen des Überlebens und Widerstands gegen jahrhundertelange Diskriminierung.

Das Buch „Aufbruch ins Innere Europas: Von Hesse bis Handke“ des österreichischen Autors Werner Anzenberger rückt Osteuropa und Südosteuropa als wichtigen kulturellen und politischen Erfahrungsraum europäischer Literatur in den Mittelpunkt. Anhand von Autoren und intellektuellen Strömungen zeigt es, wie stark die Region durch den Staatssozialismus, die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien und die Transformationsprozesse nach 1989 geprägt wurde. Besonders die Zerfallskriege und die politischen Umbrüche werden als zentrale Bezugspunkte literarischer und intellektueller Auseinandersetzungen dargestellt. Dabei wird deutlich, wie Fragen von Nationalismus, Identität und politischer Ordnung in Osteuropa nicht nur regional relevant sind, sondern europäische Kultur- und Debattenräume insgesamt beeinflusst haben.

Das Buch „Geld als Waffe: Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet“ der deutschen Journalistin und Wirtschaftsexpertin Ulrike Herrmann untersucht, wie stark wirtschaftliche Faktoren internationale Konflikte und Friedensprozesse beeinflussen. Herrmann argumentiert, dass Kriege und geopolitische Spannungen nicht nur aus politischen oder historischen Ursachen entstehen, sondern oft tief in ökonomischen Strukturen verankert sind. Am Beispiel Russlands beschreibt sie, wie wirtschaftliche Entwicklungen langfristig Konflikte begünstigen können, und analysiert Chinas Aufstieg sowie mögliche wirtschaftliche Sackgassen, die außenpolitische Spannungen mitbestimmen. Im Zentrum steht die These, dass wirtschaftliche Abhängigkeiten, Ressourcenlogik und Wachstumszwänge entscheidend dafür sind, wie sich Machtpolitik zwischen Staaten entwickelt – und welche Bedingungen Frieden in der internationalen Ordnung stabilisieren könnten.

Das Buch „Balkanblut: Leben und Sterben des serbischen Mafiosos und Warlords Arkan“ von Frank Willmann erzählt die Biografie von Željko Ražnatović „Arkan“ und verortet sie im Kontext der Kriege und Umbrüche im ehemaligen Jugoslawien. Im Zentrum steht die Verknüpfung von organisierter Kriminalität, paramilitärischer Gewalt und serbischem Nationalismus während der Zerfallskriege der 1990er Jahre. Willmann zeigt, wie Arkan als Figur zugleich Täter, Symbol und Produkt einer zerfallenden Gesellschaft wurde, in der politische Macht, Gewalt und Popkultur ineinandergriffen. Dabei wird der Balkan als Ort beschrieben, an dem sich die Radikalisierung von Nationalismus und staatlicher Schwäche besonders drastisch verdichtet hat.

Das Buch „Dissident“ des slowakischen Autoren Michal Hvorecky verbindet persönliche Erinnerungen mit einer politischen Analyse der europäischen Gegenwart. Hvorecky beschreibt seinen eigenen Lebensweg seit der Zeit nach dem Ende des Eisernen Vorhangs in der damaligen Tschechoslowakei und setzt ihn in Beziehung zu aktuellen politischen Entwicklungen. Im Mittelpunkt steht der Wandel von der Aufbruchsstimmung der Samtenen Revolution hin zu heutigen Tendenzen des Rechtsrucks und autoritärer Kulturpolitik in Teilen Europas. Dabei reflektiert er die Rolle von Kritik, Zivilgesellschaft und demokratischem Widerspruch in einer zunehmend polarisierten politischen Landschaft.

Das Buch „Nord Stream: Die Sprengung der alten Weltordnung“ von Georg Tidl rekonstruiert die Ereignisse rund um die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines und ordnet sie in ihren geopolitischen Kontext ein. Tidl beschreibt den Vorfall anhand von Berichten, technischen Analysen und internationalen Untersuchungen als gezielten Anschlag mit weitreichenden politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche staatlichen und nichtstaatlichen Akteure ein Interesse an der Sabotage gehabt haben könnten und wie der Angriff die Energiepolitik sowie die internationalen Machtverhältnisse verändert hat. Dabei wird die Sprengung als Einschnitt in die bestehende Weltordnung und als Ausdruck globaler Spannungen interpretiert.

Das Buch „Wie viele Tage muss ich gehen: Zu Gast in unbekannter Nachbarschaft“ der deutschen Autorin Millay Hyatt beschreibt eine Fußreise von Berlin aus in Richtung Osten, die bewusst in den Raum zwischen Deutschland und Osteuropa führt. Hyatt bewegt sich dabei durch Brandenburg bis in Regionen Westpommerns nahe der polnischen Grenze und erkundet Orte, die historisch und kulturell von den Verschiebungen zwischen deutscher und polnischer Geschichte geprägt sind. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen in einer Grenzlandschaft, in der sich Nachwirkungen von Vertreibung, sozialistischem Erbe und heutiger EU-Peripherie überlagern. So wird die Reise auch zu einer Annäherung an den östlichen Rand Mitteleuropas, wo sich Alltagsleben, Geschichte und gegenwärtige Transformationen besonders sichtbar kreuzen.

Das Buch „A Village in Revolutionary Ukraine: How Bolshevik Rule Changed a People“ von Stephen Velychenko basiert auf dem Tagebuch des ukrainischen Bauern Kostiantyn Sambursky aus den Jahren 1918 bis 1928. Es schildert das Leben in einem Dorf während der Umbrüche nach der Russische Revolution und unter der frühen sowjetischen Herrschaft. Beschrieben werden unter anderem wechselnde Armeen, Enteignungen, lokale Machtstrukturen, religiöses Leben und soziale Konflikte. Das Buch gibt damit einen detaillierten Einblick in den Alltag und die Auswirkungen der bolschewistischen Politik auf die Landbevölkerung in der Ukraine.

Nach rund eineinhalb Jahre ist das Buch „Die Rückkehr des Krieges: Warum wir wieder lernen müssen, mit Krieg umzugehen“ des österreichischen Militäranalysten Franz-Stefan Gady nun als Taschenbuch analysiert die Rückkehr großflächiger militärischer Konflikte als zentrales Merkmal der internationalen Politik. Gady beschreibt den Krieg in der Ukraine und andere aktuelle Konflikte als Teil einer längerfristigen Entwicklung, in der militärische Gewalt wieder stärker als politisches Mittel genutzt wird. Er untersucht dabei sowohl den Wandel moderner Kriegsführung durch Technologie als auch die anhaltende Bedeutung des Menschen im Gefecht. Im Zentrum steht die Frage, wie Staaten und Gesellschaften auf eine Welt reagieren können, in der kriegerische Auseinandersetzungen wieder wahrscheinlicher werden.

Das Buch „Himmler’s Curtains: A Memoir of Trauma and Identity after the Holocaust“ von Simon Weisz erzählt die Geschichte seiner Familie und die späte Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Weisz wächst in Großbritannien auf, ohne zu wissen, dass seine Eltern jüdische Holocaust-Überlebende sind. Erst nach und nach erfährt er von den Erlebnissen seiner Mutter: Verfolgung im Ungarn der 1930er-Jahre, Deportation in die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück sowie ein Todesmarsch gegen Kriegsende. Das Buch schildert sowohl diese Erfahrungen als auch die langfristigen psychischen Folgen. Im Mittelpunkt steht, wie das verdrängte Trauma der Mutter ihr eigenes Leben prägt und sich auf die nächste Generation überträgt, insbesondere durch Schweigen, Angst und emotionale Spannungen.

Das Buch „Bloodlands: 966–2026: Polen – Deutschland – Russland“ von Marek Studzinski gibt einen Überblick über fast tausend Jahre Geschichte zwischen Polen, Deutschland und Russland. Im Mittelpunkt steht die Region als besonders konfliktreicher Raum („Bloodlands“), in dem sich zahlreiche Kriege und Verbrechen ereigneten, darunter der Holocaust. Das Buch thematisiert Polens Lage zwischen Großmächten, die deutsche Verantwortung für Gewalt in der Region sowie die politischen Folgen bis zur Anerkennung der polnischen Westgrenze nach 1990.

Das Buch „A Polish Girl in Siberia: Surviving and Transcending Exile“ von Ida Kinalska-Pietruska und Isabella Skrypczak erzählt die Kindheitserinnerungen einer polnischen Deportierten während des Zweiter Weltkrieg. Im Jahr 1940 wird die sechsjährige Ida mit ihrer Mutter von sowjetischen Soldaten nach Sibirien verschleppt. Dort kämpfen sie unter extremen Bedingungen ums Überleben – mit Hunger, Krankheit und der Trennung vom Vater. Das Buch schildert ihren Alltag im Exil, den Versuch der Rückkehr nach Polen sowie die politischen Umstände dieser Zeit. Ergänzt durch die Perspektive der Enkelin zeigt die Memoir auch, wie Ida ihr Leben nach der Rückkehr neu aufbaut und wie kleine Gesten von Menschlichkeit ihr Überleben geprägt haben.

Das Buch „The Descent: Witnessing Russia’s Spiral into Madness Under Putin“ von Marc Bennetts schildert Russlands Entwicklung seit den 1990er-Jahren bis in die Gegenwart unter Wladimir Putin. Aus persönlicher Perspektive beschreibt Bennetts den Wandel von den chaotischen Jahren unter Boris Jelzin hin zu einem zunehmend autoritären System. Er zeigt, wie staatliche Propaganda, Repression und politische Kontrolle die Gesellschaft prägen und Feindbilder verstärken. Das Buch verbindet eigene Erlebnisse in Russland und im Krieg in der Ukraine mit Begegnungen unterschiedlicher Akteure und zeichnet so ein Bild eines Landes, das sich politisch und gesellschaftlich stark verändert hat.

Das Buch „The Wanderers: A Story of Exile, Survival, and Unexpected Love in the Shadow of World War II“ von Daniela Gerson erzählt die miteinander verknüpfte Familiengeschichte zweier Frauen, deren Großeltern den Holocaust überlebten. Die Familien flohen aus Polen nach Osten und gerieten in der Sowjetunion unter stalinistische Repression, darunter Deportationen in Gulags und jahrelanges Exil in Zentralasien. Das Buch verfolgt ihre langen Flucht- und Überlebenswege sowie den späteren Neuanfang. Gleichzeitig zeigt es, dass viele polnische Juden auf ähnliche Weise überlebten – eine oft wenig beachtete Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg – und verbindet diese Geschichte mit Fragen von Flucht, Erinnerung und Identität über Generationen hinweg.

Das Buch „A Kingdom and a Village: A One-Thousand-Year History of Moscow“ von Simon Morrison erzählt die Geschichte Moskaus über rund tausend Jahre. Es beschreibt die Entwicklung der Stadt von einer kleinen Festung zu einer politischen und kulturellen Metropole Russlands. Dabei werden zentrale Ereignisse wie Invasionen durch die Mongolen, Kriege gegen Mächte wie Napoleon Bonaparte und Adolf Hitler sowie der Zerfall der Sowjetunion behandelt. Das Buch zeigt, wie diese historische Entwicklung Moskaus Selbstverständnis geprägt hat und wie sie zum Verständnis der heutigen russischen Politik beiträgt.

Das Buch Krieg „2027?: Wenn Geschichte sich wiederholt“ von Moritz Pöllath beschreibt ein mögliches geopolitisches Krisenszenario für die späten 2020er-Jahre. Ausgangspunkt ist die These, dass sich Entwicklungen aus der Zeit vor dem Zweiter Weltkrieg in veränderter Form wiederholen. Der Autor sieht eine wachsende Zusammenarbeit autoritärer Staaten wie Russland, China, Iran und Nordkorea, während westliche Demokratien durch innere Spannungen geschwächt seien. Besonders im Fokus steht ein möglicher Konflikt um Taiwan unter Xi Jinping sowie die langfristige Strategie von Wladimir Putin. Die Jahre 2027 bis 2030 werden als entscheidend dargestellt, da sich in dieser Zeit ein größerer globaler Konflikt entwickeln könnte.

Das Buch „Der Westen sind jetzt wir: Von unzuverlässigen Freunden und entschlossenen Gegnern“ von Jörg Lau beschäftigt sich mit der veränderten Rolle Deutschlands in der internationalen Politik. Ausgangspunkt ist die These, dass frühere Grundannahmen deutscher Außenpolitik – etwa die Sicherheit durch die USA, wirtschaftliche Abhängigkeit von China und Energieabhängigkeit von Russland – im aktuellen geopolitischen Umfeld nicht mehr tragen. Vor diesem Hintergrund fordert das Buch eine aktivere und eigenständigere Rolle Deutschlands. Es beschreibt, wie Deutschland stärker Verantwortung in der westlichen Weltordnung übernehmen und seine Außenpolitik an neue globale Machtverhältnisse anpassen soll, insbesondere angesichts von Spannungen zwischen großen Staaten und einer zunehmend unsicheren internationalen Lage.

Das Buch „Wo ist Adolf?: Das Papierleben eines Migranten und Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg“ von David Gugerli rekonstruiert das Leben eines Mannes anhand umfangreicher Verwaltungs- und Archivdokumente aus der Zeit des Erster Weltkrieg. Im Mittelpunkt steht ein Migrant und Kriegsgefangener, dessen Lebensweg sich über Akten von Militärbehörden, Lagerverwaltungen, Einwohnerämtern und Hilfsorganisationen verfolgen lässt. Diese Dokumente zeigen Stationen von Gefangenschaft, Migration und Internierung, unter anderem auch in Sibirien. Das Buch untersucht dabei weniger eine klassische Biografie als vielmehr, wie Bürokratie und Akten ein „Papierleben“ erzeugen, das von Krieg, Staatszerfall und globalen Umbrüchen geprägt ist.

Das Buch „The Humour of Vladimir Nabokov: Mind and Matter“ von Paul Benedict Grant untersucht den Humor im Werk von Vladimir Nabokov. Im Zentrum steht die These, dass Nabokovs Humor nicht nur aus intellektuellen Wortspielen und komplexen Anspielungen besteht, sondern ebenso stark körperliche, alltägliche und oft derbe Elemente umfasst. Dazu zählen etwa Situationen aus dem Bereich von Körperlichkeit, Slapstick und Groteske, die neben den bekannten sprachlichen und spielerischen Ebenen stehen. Das Buch beschreibt Nabokov als Autor, der verschiedene Formen von Humor verbindet – vom geistreich-abstrakten bis zum physischen und komischen – und dadurch ein breiteres Spektrum an Lesern anspricht, als oft angenommen wird.

Das Buch „Resettlers and Survivors: Bukovina and the Politics of Belonging in West Germany and Israel, 1945–1989“ von Gaëlle Fisher behandelt die Region Bukowina, die heute zwischen Rumänien und der Ukraine liegt. Im Mittelpunkt stehen zwei Gruppen aus dieser Region – deutschsprachige Juden und ethnische Deutsche – die durch die Ereignisse des Zweiter Weltkrieg vertrieben wurden und sich danach in Westdeutschland und Israel neu verorten mussten. Dabei geht es um Migration, Erinnerung und Identität im Kontext des Nachkriegseuropas. Der Osteuropa-Bezug liegt also in der Bukowina selbst als historischer Grenz- und Konfliktraum sowie in den Erfahrungen von Vertreibung und Neuansiedlung, die eng mit den Umbrüchen in Mittel- und Osteuropa verbunden sind.

Das 2021 erstmals erschienene und jetzt erweiterte Buch „Putin’s Playbook: The Latest Intelligence Insights from the Battlefronts“ von Rebekah Koffler analysiert die außenpolitische und militärische Strategie von Wladimir Putin aus einer sicherheits- und geheimdienstlichen Perspektive. Es beschreibt Russland als Akteur, der gezielt politische, wirtschaftliche und informationelle Mittel einsetzt, um westliche Staaten zu schwächen und seinen Einfluss auszubauen. Dazu zählen laut Darstellung auch hybride Kriegsführung, Desinformation und wirtschaftlicher Druck. Das Buch verbindet operative Einschätzungen aus dem Geheimdienstumfeld mit aktuellen geopolitischen Entwicklungen, insbesondere im Kontext der Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Das Buch „The Bitter End: The Final Battles on the Eastern Front in World War II“ von Antonio J. Muñoz beschreibt die letzten Kriegsmonate an der Ostfront des Zweiter Weltkrieg. Im Mittelpunkt steht der Zusammenbruch der deutschen Streitkräfte gegenüber der vorrückenden Roten Armee zwischen 1944 und 1945. Beginnend mit großen sowjetischen Offensiven wie der Operation Bagration werden die Rückzugsbewegungen der Wehrmacht über Polen, die baltischen Staaten und Südosteuropa bis nach Berlin nachgezeichnet.

„Bridge Builder: My Life Since the Holocaust“ von Shimon Redlich ist der abschließende Teil einer autobiografischen Reihe über sein Leben nach der Zeit des Holocaust. Das Buch beschreibt Redlichs Lebensweg seit den 1950er-Jahren, darunter seine akademische Laufbahn in Israel und den USA, seine Arbeit als Historiker sowie seine persönlichen Begegnungen und Beziehungen in verschiedenen Ländern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seinen Kontakten zu Menschen in Osteuropa und seiner Auseinandersetzung mit deren Geschichte und Nachwirkungen des Krieges. Ergänzt durch historische Forschung verbindet das Werk persönliche Erinnerung mit breiteren historischen Entwicklungen und reflektiert so Leben, Identität und Nachgeschichte des Holocaust im internationalen Kontext.

„Jews in Old Rus‘: A Documentary History“ von Alexander Kulik ist eine Quellenedition, die historische Dokumente zur jüdischen Geschichte im mittelalterlichen Rus’ sammelt und übersetzt. Das Buch enthält Texte in verschiedenen Originalsprachen wie Hebräisch, Kirchenslawisch, Latein und Arabisch sowie deren englische Übersetzungen. Die Dokumente behandeln rechtliche, religiöse und alltägliche Aspekte jüdischen Lebens in der Region. Im Mittelpunkt steht die Einordnung jüdischer Gemeinschaften im frühmittelalterlichen Osteuropa, ihre Beziehungen zu slawischen Gesellschaften sowie ihre kulturelle und politische Stellung im Kontext des historischen Rus’.

„Strategies of Ukrainian War: Russia, Poland and the Ottomans, Conflict over Hegemony, 1500–1800“ von Vladimir Shirogorov ist eine historische Analyse der Konflikte in Osteuropa zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzungen zwischen dem Osmanischen Reich, der polnisch-litauischen Adelsrepublik und dem Moskauer Staat um Einfluss in der Region der heutigen Ukraine. Das Buch beschreibt diese Gebiete als einen dauerhaften Kriegsraum, in dem sich militärische, politische und soziale Strukturen ständig veränderten. Dabei wird auch die Entstehung verschiedener Formen früher ukrainischer Herrschafts- und Organisationsstrukturen thematisiert, die sich im Spannungsfeld der konkurrierenden Großmächte entwickelten.

„Putin’s ‚Viper‘ Detachment: One Man’s Role in a Russian Special Forces Unit and the Invasion of Ukraine“ von Igor R. Salikov ist eine autobiografische Darstellung eines ehemaligen russischen Militärangehörigen. Das Buch schildert den Werdegang des Autors nach dem Zerfall der Sowjetunion, seine Tätigkeit in paramilitärischen und später offiziellen russischen Einheiten sowie seinen Einsatz in Konflikten, unter anderem in Tschetschenien, Georgien und im Osten der Ukraine. Ein Schwerpunkt liegt auf geheimdienstlichen und militärischen Operationen im Umfeld des russischen Staates unter Wladimir Putin. Im Verlauf der Erzählung beschreibt der Autor auch seine spätere Distanzierung vom Kriegsgeschehen sowie seine Flucht und die Entscheidung, vor internationalen Institutionen über mögliche Kriegsverbrechen auszusagen.

„Galicia As a Literary Idea: Jewish Eastern Europe in the Writings of Joseph Roth and Soma Morgenstern“ von Kata Gellen untersucht die literarische Darstellung der historischen Region Galizien in den Werken von Joseph Roth und Soma Morgenstern. Im Zentrum steht Galizien als kultureller und historischer Raum im östlichen Europa, der durch die Entwicklung innerhalb der Habsburgermonarchie geprägt war. Das Buch beschreibt, wie sich dort traditionelle jüdische Lebenswelten in kleinen Gemeinden mit Modernisierungsprozessen wie Urbanisierung, Bildung und sprachlichem Wandel überlagerten. Analysiert wird außerdem, wie Galizien in der Literatur zu einem Erinnerungs- und Bedeutungsraum wird, der Fragen von Identität, Sprache und Zugehörigkeit im jüdischen Osteuropa reflektiert.

„Soviet materialities: Socialist things, environments and affects“ von Mollie Arbuthnot ist ein Sammelband, der die materielle Kultur der Sowjetunion untersucht. Im Fokus steht die Frage, wie materielle Dinge, Räume und Umgebungen das Leben und die Kultur im sowjetischen Sozialismus geprägt haben. Dazu gehören etwa Wohnformen in Plattenbauten, Arbeitsbedingungen in Großprojekten wie dem Moskau-Kanal, aber auch kulturelle und künstlerische Entwicklungen von der frühen Sowjetzeit bis zur Perestroika. Der Band verbindet verschiedene wissenschaftliche Perspektiven und zeigt, wie Alltagsgegenstände und materielle Strukturen das Verständnis von Gesellschaft, Politik und Kultur in der Sowjetunion erweitern können.

„Grenzwissen: Kategorisierungspraxis im deutsch-polnischen Sicherheitsfeld“ von Dominik Gerst ist eine wissenschaftliche Studie aus der Grenz- und Sicherheitsforschung. Im Mittelpunkt steht die deutsch-polnische Grenze als sozial hergestellter Raum, der durch alltägliche Verwaltungs-, Polizei- und Diskurspraktiken immer wieder neu definiert wird. Untersucht wird, welches Wissen und welche Kategorien notwendig sind, damit diese Grenze im politischen und gesellschaftlichen Alltag funktioniert. Am Beispiel des deutsch-polnischen Sicherheitsfeldes zeigt das Buch, wie Grenzziehungen nicht nur geografisch bestehen, sondern durch konkrete Praktiken und institutionelle Entscheidungen ständig produziert und stabilisiert werden.
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