
Liebe Freunde Osteuropas! Was ist in Russland so alles seit dem 24. Februar 2022 passiert? Wie geht es den Menschen dort? Wie hat sich die Arbeit als Journalist in Russland verändert? Darauf geben die Journalisten Paul Krisai und Miriam Beller Antworten. Meine Rezension:
Paul Krisai und Miriam Beller arbeiten für den @ORF und berichten für den österreichischen Sender seit 2019 bzw. seit 2021 aus Russland. Zu Beginn des Buches nehmen die beiden uns gleich mit, wie für sie der 24. Februar 2022 war. Denn das war alles andere als ein normaler Arbeitstag. Immer wieder Live-Schalten, um über die neusten Ereignisse zu berichten und die unübersichtliche Nachrichtenlage zu überblicken.
Und was geschah am ersten (Vollinvasions)Kriegstag in Russland? Die Menschen gingen in Russland auf die Straße und protestierten gegen den Krieg. Doch die Staatsmacht unterdrückte diese Demonstrationen schnell und es wurde still.
Krisai und Beller sind aber weiter in Russland unterwegs, um zu berichten wie sich das Land verändert. Sie fahren nach Kaluga zum größten Werk der Volkswagen-Gruppe in Russland. Ein Gewerkschafter, mit dem Paul Krisai redet, sieht das alles nicht so eng. Sanktionen kennt man schon seit Jahren. Und damit wolle der Westen die Menschen eh nur gegen Putin aufbringen.
Neben vielen Änderungen für die Russen (Krisai ist etwa am letzten Tag des berühmten McDonalds am Puschkinplatz in Moskau mit dabei) reisen die beiden aber auch in benachbarte Länder. Etwa nach Georgien, ein Land in das viele Russen nach dem 24. Februar ausreisen. Sie sprechen mit dem Aktivisten Ruslan Lewijew, der über das Vorgehen des russischen Militärs informiert. Oder mit der 28-jährigen Nino, die nach der Teilmobilmachung Ende September 2022 den Neuankömmlingen hilft. Oder mit Alexandra, die nach ihrer Auswanderung nach Georgien ihren NGO-Job verloren hat, ihre Ersparnisse aufgebraucht und ihre Familie entzweit.
Besonders freut mich, dass Miriam Beller auch mit einer Vertreterin der @femagainstwar spricht und deren wichtige Arbeit beschreibt. Generell nicht das Thema LGBT einen größeren Raum ein. Es ist erschreckend zu lesen, wie homofeindliche die russische Gesellschaft mittlerweile ist. Auch mit nach Russland geflüchteten Ukrainern konnten die beiden reden.
Auch mit Gefangenen stehen die Autoren im Austauch. So hat Paul Krisai die Möglichkeit, mit @IlyaYashin in Kontakt zu treten. Allerdings nur per Brief. Kara-Mursa und Nawalny dürfen in dem Buch natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Zum Schluss wird noch der Wagner-Aufstand gut zusammengefasst nochmal wiedergegeben.
Wie Krisai und Beller in ihrem Vorwort schreiben, ist dieses Buch nur eine Momentaufnahme. Mit ihrem Buch geben sie einen vielfältigen Einblick in das Innere Russlands. Ein wirklich sehr lesenswertes Buch.
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